Friday, December 28, 2012
Tuesday, December 18, 2012
DESCRIPICÒN DE VIAJE NUMERO 5
17.12. 2012
Heute vom "Aerolineas Argentina" Flug AR 1890 von Ushuaia auf dem Weg nach Buenos Aires. Die Flughöhe beträgt wie immer 30.000 Füße und das Warten auf einen Kaffee dauert an.
Heute morgen haben wir mit einiger Freude die ganzen Wintersachen, die man hier im patagonischen Sommer dann doch so braucht, tief in unseren Rucksäcken vergraben und die Badehosen nach oben gewühlt. Denn nun beginnt der Bade-Surf-Strand-Hängematten-Teil der
Reise, seines Zeichens leider auch der Letzte.
Was bisher geschah:
PUERTO NATALES (Chile)
Wir blieben tatsächlich noch eine Zusatznacht auf dem Schiff und legten erst am nächsten Morgen an, natürlich so, dass wir die Weiterreise im Bus um 15min verpassten. Puerto Natales besteht, wie alle patagonischen Städtchen, aus völlig unterschiedlichen bunten Holz- und Metall-Häuschen, die alle einen tiefroten Energieausweis bekommen würden. Heizkosten scheinen nicht so das Problem zu sein und wenn man es kühler haben möchte, macht man eben das Fenster auf. Das passt zum insgesamt doch sehr US-amerikanisch angehauchten Feeling mit Steakhäusern, fetten Pick-Ups und Werbung auf Blechschildern. Aber alles am Wasser mit schneebedeckten Bergen drumherum und irgendwie sehr gemütlich. Abends gab es eine lokale Spezialität "Curanto": riesige Miesmuscheln, Jacobsmuscheln, Schnecken, Fisch, Shrimps, Schweinespeck, Braten und ein Hotdog-Würstchen, alles in einem riesen großen Topf. Einmal Curanto, nie mehr Curanto.
EL CALAFATE (Argentinien)
Sobald man übrigens auf die argentinische Seite wechselt, sieht man das andere Gesicht von Patagonien: endlose Steppe mit gelben Grasbüscheln, Schafe, Nandus und tote Guanacos, die über dem Zaun hängen, an dem man stundenlang entlang fährt. Das ist dann irgendwas zwischen meditativ und monoton.
In "El Caffe Latte" 6 Stunden warten auf den nächsten Bus.
EL CHALTEN (Argentinien)
Hier mieteten wir uns ein Zelt, Campingkocher usw. und machten unsere definitiv schönste Wanderung in Patagonien. In entspannten Tagesetappen ging es zu den Base-Camps der Berge "Cerro Torre" und "Fitz Roy", die für nen Berg wirklich wunderschön sind. Das alles bei Bombenwetter, vorbei an Gletschern, türkisen Lagunen, durch Wälder, über Flüsse, Wasserfälle und Sonstigem was gut fürs Auge ist. Über uns kreisten die Condore. Während einer längeren Mittagsrast waren wir sogar in einem eiskalten See und danach Sonnen baden - gut für die Wanderhygiene. Da wir, und vor allem Jette, Freunde der gepflegten Camping-Küche sind, wurde abends ausgiebig gekocht, zusammen mit unseren Bekannten vom Schiff, Lindsay und Brad. Mit heißer Schokolade und einem Schluck Whiskey ging es früh ins Zelt und nach 3 Tagen zurück nach El Chalten.
Den Hinweis des Reiseführers, es gibt nur einen Geldautomaten in El Chalten und der ist immer leer, kann man übrigens ruhig ernst nehmen! Wie Drogenabhängige irrte die Traveller-Bagage durch die Straßen auf der Suche nach einem VISA Zeichen...
EL CALAFATE (Argentinien)
Wieder in El Calafate grillten wir des Abends unsere ersten argentinischen Steaks. Drei ordentliche Scheiben Angus-Rind kosten 6 Euro im Supermarkt und sind damit günstiger als das Salat-Gelöt, was Jette dazu haben muss. Sensationell! Weitere kulinarische Highlights in Argentinien beinhalten den omnipräsenten bitteren Mate-Tee, der sehr heiß aus einem Metall-Strohhalm getrunken wird und die süchtig-machende "Dulce de Leche", eine Karamellcreme, die man sich aufs Brot schmiert. Also die weiche weiße Pampe, die die hier Brot nennen.
Von hier aus besuchten wir den Schrecken der Klimawandelbefürworter, den wachsenden Gletscher "Porito Moreno". Der Witz ist, dass der riesig ist und permanent und unter lautem Getöse große Stücke von der 60m hohen Eiswand abbrechen und ins Gletscherwasser plumpsen.Wir schafften 3 Stunden non-stop auf den Gletscher kucken. Über das dolle Blau brauch ich ja nichts erzählen...
TORRES DEL PAINE (Chile)
Zurück in Puerto Natales und 4 Stempel im Pass reicher, mieteten wir wieder Campingkram um das "W" im Nationalpark "Torres del Paine" zu wandern, 6 Tage/5 Nächte. Dank unserem Proviantmeister ausreichend verproviantiert, starteten wir mit dem Bus, um alsbald mit Motorschaden liegen zu bleiben. So kamen wir reichlich spät in den Park und erst um 22 Uhr zu unserem ersten Campingplatz unterhalb der Torres (Felstürme). Der Park ist ein bißchen überorganisiert, mit informierenden Sicherheitsvideos, Checklisten usw. und tierisch voll. Man kann das "W" auch laufen und bei adäquater Bezahlung jeden Abend in Unterkünften im Daunenbettchen schlafen und Lämmchen essen. Dementsprechend hatte man manchmal das Gefühl ganz Kampen geht wandern. Ansonsten landschaftlich ebenfalls einzigartig und ein toller Trek. Da wir über den Luxus von Zeit verfügten, konnten wir auch mal einen halben Tag im Zelt lesen, wenn es zu doll regnete. Harte Nummer war der Wind, der teilweise so zornig an Wald und Mensch riss, wie wir es noch nicht erlebt hatten. Die Böen waren bis zu 100km/h stark und schubsten einen einfach durch die Gegend. Unser Zelt hatte schwer zu kämpfen und die Frage, was die ganzen morschen Äste über uns wohl bei dem Getöse machen, ließ uns eine Nacht gar nicht schlafen. Auf dem letzten Campingplatz gab es dann plötzlich Duschen, Rotwein und Sonne und so hatten wir einen schönen letzen halben Tag am "Grey Gletscher", bevor es sich dann ausgewandert hatte. Wir verließen den Nationalpark via Katamaran und Bus, diesmal ohne Motorschaden, dafür mit liegengelassenen Wanderschuhen und darauf folgenden einer Bussuchjagd durch die Stadt... Schlussendlich die Schuhe sicher gestellt und dabei bemerkt, dass meine Uhr ja auch noch auf dem Sitz lag :-)
Um nochmal die Stärke des Windes zu verdeutlichen: Am nächsten Tag bei Verlassen des Parks sahen wir zwei umgestürzte Reisebusse und sprachen später mit Augenzeugen. Eine Windböe hatte beide amtliche Reisebusse, voll beladen, einfach hoch gehoben und auf die Seite geschmissen...
Nach so einer Wandertour braucht man Stärkung und die fanden wir im "Asado Patagonia", von chilenischen Trucker-Fahrern empfohlen! Ein Lamm wird sprichwörtlich gekreuzigt und über das Feuer gehängt (= Asado). Sieht gemein aus, schmeckt aber. Am nächsten Tag weiter gen Süden.
PUNTA ARENAS (Chile an der Magellan-Straße)
Hier wohnten wir in so einem typischen alten ultragemütlichen Holzhaus, wo die Öfen die ganze Zeit feuern. Im Wohnzimmer gab es einen großen Plastikweihnachtsbaum, Seekarten und 80er Jahre Musik. Eine 2 stündige Schiffahrt über die Magellan-Straße brachte uns auf eine Insel, die von 60.000 Magellan-Pinguin-Päarchen (= 120.000 Pinguine) bevölkert wird. Wir konnten 1 Stunde - vogelfreundlich auf einem Pfad - mitten durch die gesamte Kolonie von schnatternden, streitenden, korpulierenden, kämpfenden, brütenden, Nester bauenden Vögeln laufen und haben uns nicht mehr eingekriegt. Ein Riesenspaß! Einer kam auf meinen Fuß gewatschelt und pickte mein Bein an.
Wir schauten uns noch ein paar Museen und den Friedhof an und löffelten "Chupe de Centolla", diesen großartigen Königskrabben-Eintopfbrei, der gerade Saison hat. Dazu trinkt man natürlich Weißwein.
Läppische 12 Stunden Busfahrt und eine Magellan-Straßen-Überquerung brachten uns schlussendlich ans Ende der Welt nach Feuerland.
USHUAIA
War ursprünglich eine Gefängnis-/Strafkolonie, gegründet 1870. Wer von hier flüchtete kam spätestens dann zurück, als er merkte, dass es in der Umgebung Nichts gab, wohin man flüchten konnte. Heute starten von hier viele Kreuzfahrtschiffe in die Antarktis und man kann im Winter Ski fahren.
Wir hatten ein paar Tage Zeit und machten einen dollen Ausflug auf dem "Beagle-Kanal". Die "H.M.S Beagle" war das Schiff mit dem Robert FitzRoy und Charles Darwin 1832-33 die Gegend unsicher gemacht haben. Vorbei an Seelöwen und Pinguinen katamaranten wir zu "Estancia Haberton", die erste große Schaffarm, die einer von diesen fiesen Missionaren 1886 im Indianergebiet gründeten. Es gab vier indigene "Indianerstämme" auf Feuerland; heute lebt noch ein "Vollblut" mit 82 Jahren. Der Rest wurde über die Jahre abgeschossen, zu Tode missioniert oder starb an den von den Weißen eingeschleppten Krankheiten.
Wir wanderten noch im Nationalpark "Tierra del Fuego", schauten uns diverse Museen und das alte Gefägnis an, lösten unsere Kakao-Gutscheine ein und verwendeten einige Zeit darauf unsere weitere Reise zu organisieren. Hier ist ja Sommer (daher übrigens auch dementsprechend lange hell) und Argentinien und Brasilien haben bald Weihnachts- und Silvesterferien.
Mit zwei Wienern, die wir noch von der Navimag-Fähre kannten, schauten wir uns pünktlich zum Kinostart im südlichsten Kino der Welt "El Hobbit" in 3D an, für 4,50€. Somit ist ins Kino gehen und Steaks essen das Günstigste, was man hier machen kann. Dass in Patagonien alles wahnsinnig teuer und sehr touristisch ist, soll hier nicht unerwähnt bleiben.
Nun sind wir auf dem Weg nach Norden.
Nach Buenos Aires geht es weiter nach Montevideo (Uruguay). Die Weihnachtstage wollen wir in Cabo Polonio (Uruguay) am Strand verbringen, bei hoffentlich Wellen und Hippies. Kurz vor Silvester sind wir bei den Foz de Iguacu Wasserfällen in Brasilien, um dann, und das wird lustig, am 31.12. nach Rio zu fliegen (es war so billig....) und um 21:30 die Odysee in die Stadt an den Strand von Ipanema/Copacabana zu starten. Millionen Menschen werden zu diesem Zeitpunkt Ähnliches vorhaben. Wir werden sicherheitshalber ein Fläschen zum anstoßen mitnehmen, falls wir irgendwo stecken bleiben und sind auf alles gefasst. Wir wohnen in einer Abstellkammer von irgendeiner Dame; ein normales Zimmer zu finden, was nicht zu extremen Budgetüberschreitungen geführt hätte, war nicht möglich. Rio müssen wir dann am 09. Januar verlassen, um am 10.01.13 in Frankfurt zu landen, Inshalla.
Hier an Board passiert servicemässig übrigens gar nichts. Der Steward tippt rote Steine auf seinem Ipad an, die dann *bling* machen und verschwinden... Toll.
Auf auf zu Tango, Steaks und 26 Grad Celsius!
Es grüßen herzlichst,
Henriette & Christoph
Heute vom "Aerolineas Argentina" Flug AR 1890 von Ushuaia auf dem Weg nach Buenos Aires. Die Flughöhe beträgt wie immer 30.000 Füße und das Warten auf einen Kaffee dauert an.
Heute morgen haben wir mit einiger Freude die ganzen Wintersachen, die man hier im patagonischen Sommer dann doch so braucht, tief in unseren Rucksäcken vergraben und die Badehosen nach oben gewühlt. Denn nun beginnt der Bade-Surf-Strand-Hängematten-Teil der
Reise, seines Zeichens leider auch der Letzte.
Was bisher geschah:
PUERTO NATALES (Chile)
Wir blieben tatsächlich noch eine Zusatznacht auf dem Schiff und legten erst am nächsten Morgen an, natürlich so, dass wir die Weiterreise im Bus um 15min verpassten. Puerto Natales besteht, wie alle patagonischen Städtchen, aus völlig unterschiedlichen bunten Holz- und Metall-Häuschen, die alle einen tiefroten Energieausweis bekommen würden. Heizkosten scheinen nicht so das Problem zu sein und wenn man es kühler haben möchte, macht man eben das Fenster auf. Das passt zum insgesamt doch sehr US-amerikanisch angehauchten Feeling mit Steakhäusern, fetten Pick-Ups und Werbung auf Blechschildern. Aber alles am Wasser mit schneebedeckten Bergen drumherum und irgendwie sehr gemütlich. Abends gab es eine lokale Spezialität "Curanto": riesige Miesmuscheln, Jacobsmuscheln, Schnecken, Fisch, Shrimps, Schweinespeck, Braten und ein Hotdog-Würstchen, alles in einem riesen großen Topf. Einmal Curanto, nie mehr Curanto.
EL CALAFATE (Argentinien)
Sobald man übrigens auf die argentinische Seite wechselt, sieht man das andere Gesicht von Patagonien: endlose Steppe mit gelben Grasbüscheln, Schafe, Nandus und tote Guanacos, die über dem Zaun hängen, an dem man stundenlang entlang fährt. Das ist dann irgendwas zwischen meditativ und monoton.
In "El Caffe Latte" 6 Stunden warten auf den nächsten Bus.
EL CHALTEN (Argentinien)
Hier mieteten wir uns ein Zelt, Campingkocher usw. und machten unsere definitiv schönste Wanderung in Patagonien. In entspannten Tagesetappen ging es zu den Base-Camps der Berge "Cerro Torre" und "Fitz Roy", die für nen Berg wirklich wunderschön sind. Das alles bei Bombenwetter, vorbei an Gletschern, türkisen Lagunen, durch Wälder, über Flüsse, Wasserfälle und Sonstigem was gut fürs Auge ist. Über uns kreisten die Condore. Während einer längeren Mittagsrast waren wir sogar in einem eiskalten See und danach Sonnen baden - gut für die Wanderhygiene. Da wir, und vor allem Jette, Freunde der gepflegten Camping-Küche sind, wurde abends ausgiebig gekocht, zusammen mit unseren Bekannten vom Schiff, Lindsay und Brad. Mit heißer Schokolade und einem Schluck Whiskey ging es früh ins Zelt und nach 3 Tagen zurück nach El Chalten.
Den Hinweis des Reiseführers, es gibt nur einen Geldautomaten in El Chalten und der ist immer leer, kann man übrigens ruhig ernst nehmen! Wie Drogenabhängige irrte die Traveller-Bagage durch die Straßen auf der Suche nach einem VISA Zeichen...
EL CALAFATE (Argentinien)
Wieder in El Calafate grillten wir des Abends unsere ersten argentinischen Steaks. Drei ordentliche Scheiben Angus-Rind kosten 6 Euro im Supermarkt und sind damit günstiger als das Salat-Gelöt, was Jette dazu haben muss. Sensationell! Weitere kulinarische Highlights in Argentinien beinhalten den omnipräsenten bitteren Mate-Tee, der sehr heiß aus einem Metall-Strohhalm getrunken wird und die süchtig-machende "Dulce de Leche", eine Karamellcreme, die man sich aufs Brot schmiert. Also die weiche weiße Pampe, die die hier Brot nennen.
Von hier aus besuchten wir den Schrecken der Klimawandelbefürworter, den wachsenden Gletscher "Porito Moreno". Der Witz ist, dass der riesig ist und permanent und unter lautem Getöse große Stücke von der 60m hohen Eiswand abbrechen und ins Gletscherwasser plumpsen.Wir schafften 3 Stunden non-stop auf den Gletscher kucken. Über das dolle Blau brauch ich ja nichts erzählen...
TORRES DEL PAINE (Chile)
Zurück in Puerto Natales und 4 Stempel im Pass reicher, mieteten wir wieder Campingkram um das "W" im Nationalpark "Torres del Paine" zu wandern, 6 Tage/5 Nächte. Dank unserem Proviantmeister ausreichend verproviantiert, starteten wir mit dem Bus, um alsbald mit Motorschaden liegen zu bleiben. So kamen wir reichlich spät in den Park und erst um 22 Uhr zu unserem ersten Campingplatz unterhalb der Torres (Felstürme). Der Park ist ein bißchen überorganisiert, mit informierenden Sicherheitsvideos, Checklisten usw. und tierisch voll. Man kann das "W" auch laufen und bei adäquater Bezahlung jeden Abend in Unterkünften im Daunenbettchen schlafen und Lämmchen essen. Dementsprechend hatte man manchmal das Gefühl ganz Kampen geht wandern. Ansonsten landschaftlich ebenfalls einzigartig und ein toller Trek. Da wir über den Luxus von Zeit verfügten, konnten wir auch mal einen halben Tag im Zelt lesen, wenn es zu doll regnete. Harte Nummer war der Wind, der teilweise so zornig an Wald und Mensch riss, wie wir es noch nicht erlebt hatten. Die Böen waren bis zu 100km/h stark und schubsten einen einfach durch die Gegend. Unser Zelt hatte schwer zu kämpfen und die Frage, was die ganzen morschen Äste über uns wohl bei dem Getöse machen, ließ uns eine Nacht gar nicht schlafen. Auf dem letzten Campingplatz gab es dann plötzlich Duschen, Rotwein und Sonne und so hatten wir einen schönen letzen halben Tag am "Grey Gletscher", bevor es sich dann ausgewandert hatte. Wir verließen den Nationalpark via Katamaran und Bus, diesmal ohne Motorschaden, dafür mit liegengelassenen Wanderschuhen und darauf folgenden einer Bussuchjagd durch die Stadt... Schlussendlich die Schuhe sicher gestellt und dabei bemerkt, dass meine Uhr ja auch noch auf dem Sitz lag :-)
Um nochmal die Stärke des Windes zu verdeutlichen: Am nächsten Tag bei Verlassen des Parks sahen wir zwei umgestürzte Reisebusse und sprachen später mit Augenzeugen. Eine Windböe hatte beide amtliche Reisebusse, voll beladen, einfach hoch gehoben und auf die Seite geschmissen...
Nach so einer Wandertour braucht man Stärkung und die fanden wir im "Asado Patagonia", von chilenischen Trucker-Fahrern empfohlen! Ein Lamm wird sprichwörtlich gekreuzigt und über das Feuer gehängt (= Asado). Sieht gemein aus, schmeckt aber. Am nächsten Tag weiter gen Süden.
PUNTA ARENAS (Chile an der Magellan-Straße)
Hier wohnten wir in so einem typischen alten ultragemütlichen Holzhaus, wo die Öfen die ganze Zeit feuern. Im Wohnzimmer gab es einen großen Plastikweihnachtsbaum, Seekarten und 80er Jahre Musik. Eine 2 stündige Schiffahrt über die Magellan-Straße brachte uns auf eine Insel, die von 60.000 Magellan-Pinguin-Päarchen (= 120.000 Pinguine) bevölkert wird. Wir konnten 1 Stunde - vogelfreundlich auf einem Pfad - mitten durch die gesamte Kolonie von schnatternden, streitenden, korpulierenden, kämpfenden, brütenden, Nester bauenden Vögeln laufen und haben uns nicht mehr eingekriegt. Ein Riesenspaß! Einer kam auf meinen Fuß gewatschelt und pickte mein Bein an.
Wir schauten uns noch ein paar Museen und den Friedhof an und löffelten "Chupe de Centolla", diesen großartigen Königskrabben-Eintopfbrei, der gerade Saison hat. Dazu trinkt man natürlich Weißwein.
Läppische 12 Stunden Busfahrt und eine Magellan-Straßen-Überquerung brachten uns schlussendlich ans Ende der Welt nach Feuerland.
USHUAIA
War ursprünglich eine Gefängnis-/Strafkolonie, gegründet 1870. Wer von hier flüchtete kam spätestens dann zurück, als er merkte, dass es in der Umgebung Nichts gab, wohin man flüchten konnte. Heute starten von hier viele Kreuzfahrtschiffe in die Antarktis und man kann im Winter Ski fahren.
Wir hatten ein paar Tage Zeit und machten einen dollen Ausflug auf dem "Beagle-Kanal". Die "H.M.S Beagle" war das Schiff mit dem Robert FitzRoy und Charles Darwin 1832-33 die Gegend unsicher gemacht haben. Vorbei an Seelöwen und Pinguinen katamaranten wir zu "Estancia Haberton", die erste große Schaffarm, die einer von diesen fiesen Missionaren 1886 im Indianergebiet gründeten. Es gab vier indigene "Indianerstämme" auf Feuerland; heute lebt noch ein "Vollblut" mit 82 Jahren. Der Rest wurde über die Jahre abgeschossen, zu Tode missioniert oder starb an den von den Weißen eingeschleppten Krankheiten.
Wir wanderten noch im Nationalpark "Tierra del Fuego", schauten uns diverse Museen und das alte Gefägnis an, lösten unsere Kakao-Gutscheine ein und verwendeten einige Zeit darauf unsere weitere Reise zu organisieren. Hier ist ja Sommer (daher übrigens auch dementsprechend lange hell) und Argentinien und Brasilien haben bald Weihnachts- und Silvesterferien.
Mit zwei Wienern, die wir noch von der Navimag-Fähre kannten, schauten wir uns pünktlich zum Kinostart im südlichsten Kino der Welt "El Hobbit" in 3D an, für 4,50€. Somit ist ins Kino gehen und Steaks essen das Günstigste, was man hier machen kann. Dass in Patagonien alles wahnsinnig teuer und sehr touristisch ist, soll hier nicht unerwähnt bleiben.
Nun sind wir auf dem Weg nach Norden.
Nach Buenos Aires geht es weiter nach Montevideo (Uruguay). Die Weihnachtstage wollen wir in Cabo Polonio (Uruguay) am Strand verbringen, bei hoffentlich Wellen und Hippies. Kurz vor Silvester sind wir bei den Foz de Iguacu Wasserfällen in Brasilien, um dann, und das wird lustig, am 31.12. nach Rio zu fliegen (es war so billig....) und um 21:30 die Odysee in die Stadt an den Strand von Ipanema/Copacabana zu starten. Millionen Menschen werden zu diesem Zeitpunkt Ähnliches vorhaben. Wir werden sicherheitshalber ein Fläschen zum anstoßen mitnehmen, falls wir irgendwo stecken bleiben und sind auf alles gefasst. Wir wohnen in einer Abstellkammer von irgendeiner Dame; ein normales Zimmer zu finden, was nicht zu extremen Budgetüberschreitungen geführt hätte, war nicht möglich. Rio müssen wir dann am 09. Januar verlassen, um am 10.01.13 in Frankfurt zu landen, Inshalla.
Hier an Board passiert servicemässig übrigens gar nichts. Der Steward tippt rote Steine auf seinem Ipad an, die dann *bling* machen und verschwinden... Toll.
Auf auf zu Tango, Steaks und 26 Grad Celsius!
Es grüßen herzlichst,
Henriette & Christoph
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