Tuesday, November 27, 2012
DESCRIPCIÓN DE VIAJE NUMERO 4
EINE SEEFAHRT, DIE KANN DAUERN.....
Seit Stunden dümpeln wir nun auf der "Evangelistas" in einer Bucht vor Puerto Natales und warten darauf, dass der Wind nachlässt und die Einfahrt in den Hafen möglich wird. Wieso der Wind sein heulendes Getose jedoch plötzlich einstellen sollte ist fraglich...
Während Lindsey (Kanada), schon wieder Brad (Australien) und Jette bei der wahrscheinlich 64. Runde Shithead oder Canasta sitzen, habe ich mich in meine gemütliche Koje zurückgezogen, um etwas Bruce-Chatwin-artig über Patagonien zu schreiben.
Hinter uns liegen 4 Tage Küstenseefahrt vom Feinsten. Bis auf heute blieben wir von übermässigem Regen und Wind verschont und hatten somit für patagonische Verhältnisse gutes Wetter. Der Blick war frei auf schneebedeckte Gipfel, tausende von Wasserfällen, patagonischen Regenwald und unzählige Inseln. Jette hatte in ihrer Hängematte an Deck unbestritten den besten und von Vielen beneideten Platz auf der Navimag-Fähre, die uns von Puerto Montt nach Puerto Natales brachte bzw. eventuell bringen wird. Pelikane, Albatrosse, Seelöwen, Seehunde, Delphine und sogar Wale ließen Grüßen und toppten die unzähligen Stunden auf Ausguck. Ein Landgang in Puerto Eden im Nirgendwo, das Blau des Tempanos Gletschers zwischen rotbemoosten Felsen und eine Pazifik Passage bei nicht zu verachtendem Swell sorgten für eigentlich unnötige Abwechslung. Dazu 3 Mahlzeiten täglich, Dokumentarfilme, Vorträge, Bingo, Kartenspiel, nette Leute und ein paar Fläschen chilenischen Roten machten diese Nord-Süd-Passage zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Zuvor gab es die:
FLUCHT AUS BOLIVIEN
Der Streik im Nationalpark in Südbolivien spitzte sich zu, so dass wir schlussendlich zu einer Alternativ-Route von Tupiza aus zur Salzwüste "Salar de Uyuni" aufbrachen. Wir hatten Glück und teilten den Jeep mit dem Waliser Simon, der britischen Zoe, dem Fahrer Felipe und seiner Frau/Köchin Nani. Seine 18 Monate alte Tochter Raquel scheint sich irgendwo im typisch bunten Bündeltuch versteckt zu haben, plötzlich war sie nämlich auch an Bord des Toyota Landcruisers. Wir hatten vier Abenteuertage, mit unglaublicher Landschaft, rauchenden Vulkanen, Lagunen voller Flamingos, Steppe, Hochebene, schneebedeckten Bergen, Salzseen, hier und da Vicunas und Lamas, Menschen die vom Quinoa- Anbau leben, Mondlandschaften, irrsinnigen Felsformationen, wahnsinnigen Sternenhimmeln und zum krönenden Abschluss die Salzwüste, in der wir einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben durften.
Immer wieder trafen wir auf drei lustige Italiener, Venizianer. Sie stellten sich als Profi-Reisende heraus: Alle Anfang 40, mindestens 4 Monate im Jahr auf Tour, Segelboot flott gemacht, Landrover, Arbeiten ?!, puuh, im Casino, früher mal Anwalt, hm, aber im Jemen ist es toll, was sagst Du dazu Chief? Der sagte wie immer nichts und rauchte.
Die Gerüchte einer Volkszählung in Bolivien machten die Runde, manifestierten sich dann in Gestalt des 21. Novembers und passte nun so gar nicht in unsere Pläne. Census heisst hier: ALLE bleiben in ihrem Haus, Hütte, Hotel und das Militär und die Lehrer laufen dann rum und zählen. Das ganze Land liegt lahm, alles hat zu. Nach ewigem Rumsuchen fanden wir noch die letzten beiden Jeepplätze einen Tag vor der Zählung zur chilenischen Grenze. Hätte das nicht geklappt, hätten wir eine Odysee über Argentinien unternehmen müssen, die dann hätte klappen müssen, denn hätten wir unsere Flüge verpasst, hätten wir die Fähre verpasst, alles schon bezahlt, etc. Lustigerweise fuhren wir dann schlussendlich doch noch durch den zuvor gesperrten Nationalpark (denn in der Censuszeit herrscht Streikverbot) und konnten im Schnelldurchlauf die Laguna Colorada mit ihren Flamingos, die Geysire und die grüne Lagune sehen. Zwischendurch Landschaft, die dem Mars nicht unähnlich zu sein scheint. Stempel, raus aus Bolivien, neuer Stempel, rein nach
CHILE
Preisschock! Im furchtbaren Touristenhub San Pedro de Atacama in der gleichnamigen Wüste mussten wir uns erstmal an die enorme Preissteigerung gewöhnen. Sofort wurde auf selber-Sandwichs-schmieren, Mehrbettzimmer und dann-fahren-wir-halt-mit-dem-Fahrrad-durch-die-Atacamawüste-zur-Salzlagune-wenn-die-Tour-30-Euro-kostet umgestellt. Von Wüste und Felsen und Staub hatten wir sowieso erstmal genug und so waren wir nicht böse, dass wir auch schon wieder weiter mussten in die Flughafenstadt Calama. Nach einer Nacht in so einem typischen Loch, in dem man dann als "Morchillero", d.h. als Rucksacktragender, ab und zu so landed, verliefen unsere Flüge über die chilenische Landmasse problemlos. Dank Papa Eberlein und seinen Kärtchen konnten wir sogar in den Aiport-Lounges Vorräte für die Schifffahrt aufstocken. Santiago de Chile scheint nicht unbedingt die hübscheste Stadt zu sein, jedoch über ein solides Maß an Lebensqualität zu verfügen. Viel Kunst, gutes Essen, Parks und junge Leute. Wir konnten unsere 8 Stunden Zwischenstopp prima rumbringen bei frischem Ceviche und Cafe mit Beinen. Zudem wurden wir Zeugen einer Demo für oder gegen Bildung, man weiss es nicht, bei der die herrenlosen Hunde der Stadt größten Spaß hatten, sich zwischen Wasserwerfer der Polizei und Demonstranten zu werfen.
In Puerto Montt angekommen schlichen wir uns mitten in der Nacht in die Daunenbettchen von "Oma Perla", die auf ihre alten Tage Zimmer in ihrem gemütlichen Holzhaus vermietet. Natürlich folgten wir am nächsten Tag ihrem Tip und suchten Fischbude Nummer 5 auf dem örtlichen Fischmarkt auf. Am Wasser sitzend, bei dampfend heisser Krebs-Suppe und Lachs spürten wir zum ersten Mal, was das ganze Patagonien-Gefasel eigentlich soll. Dann einchecken aufs Schiff und Abfahrt.
Vor uns liegen nun 3 Wochen Südpatagonien, welches wir mit Zelt und Wanderstab erkunden wollen.
Liebe Grüsse aus dem Sturm,
Eure Jette und der Christoph
P.S. Es ist inzwischen 24h und wir ankern immer noch mit deutlicher Schieflage vor dem Hafen Puerto Natales. Aufgrund der Witterungsbedingungen können wir nachwievor nicht anlanden und müssen eine weitere Nacht auf dem Schiff verbringen. Nicht so schlimm, ich finds nämlich sau gemütlich hier, insbesondere, wenn alle anderen schon schlafen. Hui, ich bin nur gespannt, wie lange die Vorräte noch reichen... Buenos noches von der Hängejatte
Seit Stunden dümpeln wir nun auf der "Evangelistas" in einer Bucht vor Puerto Natales und warten darauf, dass der Wind nachlässt und die Einfahrt in den Hafen möglich wird. Wieso der Wind sein heulendes Getose jedoch plötzlich einstellen sollte ist fraglich...
Während Lindsey (Kanada), schon wieder Brad (Australien) und Jette bei der wahrscheinlich 64. Runde Shithead oder Canasta sitzen, habe ich mich in meine gemütliche Koje zurückgezogen, um etwas Bruce-Chatwin-artig über Patagonien zu schreiben.
Hinter uns liegen 4 Tage Küstenseefahrt vom Feinsten. Bis auf heute blieben wir von übermässigem Regen und Wind verschont und hatten somit für patagonische Verhältnisse gutes Wetter. Der Blick war frei auf schneebedeckte Gipfel, tausende von Wasserfällen, patagonischen Regenwald und unzählige Inseln. Jette hatte in ihrer Hängematte an Deck unbestritten den besten und von Vielen beneideten Platz auf der Navimag-Fähre, die uns von Puerto Montt nach Puerto Natales brachte bzw. eventuell bringen wird. Pelikane, Albatrosse, Seelöwen, Seehunde, Delphine und sogar Wale ließen Grüßen und toppten die unzähligen Stunden auf Ausguck. Ein Landgang in Puerto Eden im Nirgendwo, das Blau des Tempanos Gletschers zwischen rotbemoosten Felsen und eine Pazifik Passage bei nicht zu verachtendem Swell sorgten für eigentlich unnötige Abwechslung. Dazu 3 Mahlzeiten täglich, Dokumentarfilme, Vorträge, Bingo, Kartenspiel, nette Leute und ein paar Fläschen chilenischen Roten machten diese Nord-Süd-Passage zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Zuvor gab es die:
FLUCHT AUS BOLIVIEN
Der Streik im Nationalpark in Südbolivien spitzte sich zu, so dass wir schlussendlich zu einer Alternativ-Route von Tupiza aus zur Salzwüste "Salar de Uyuni" aufbrachen. Wir hatten Glück und teilten den Jeep mit dem Waliser Simon, der britischen Zoe, dem Fahrer Felipe und seiner Frau/Köchin Nani. Seine 18 Monate alte Tochter Raquel scheint sich irgendwo im typisch bunten Bündeltuch versteckt zu haben, plötzlich war sie nämlich auch an Bord des Toyota Landcruisers. Wir hatten vier Abenteuertage, mit unglaublicher Landschaft, rauchenden Vulkanen, Lagunen voller Flamingos, Steppe, Hochebene, schneebedeckten Bergen, Salzseen, hier und da Vicunas und Lamas, Menschen die vom Quinoa- Anbau leben, Mondlandschaften, irrsinnigen Felsformationen, wahnsinnigen Sternenhimmeln und zum krönenden Abschluss die Salzwüste, in der wir einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben durften.
Immer wieder trafen wir auf drei lustige Italiener, Venizianer. Sie stellten sich als Profi-Reisende heraus: Alle Anfang 40, mindestens 4 Monate im Jahr auf Tour, Segelboot flott gemacht, Landrover, Arbeiten ?!, puuh, im Casino, früher mal Anwalt, hm, aber im Jemen ist es toll, was sagst Du dazu Chief? Der sagte wie immer nichts und rauchte.
Die Gerüchte einer Volkszählung in Bolivien machten die Runde, manifestierten sich dann in Gestalt des 21. Novembers und passte nun so gar nicht in unsere Pläne. Census heisst hier: ALLE bleiben in ihrem Haus, Hütte, Hotel und das Militär und die Lehrer laufen dann rum und zählen. Das ganze Land liegt lahm, alles hat zu. Nach ewigem Rumsuchen fanden wir noch die letzten beiden Jeepplätze einen Tag vor der Zählung zur chilenischen Grenze. Hätte das nicht geklappt, hätten wir eine Odysee über Argentinien unternehmen müssen, die dann hätte klappen müssen, denn hätten wir unsere Flüge verpasst, hätten wir die Fähre verpasst, alles schon bezahlt, etc. Lustigerweise fuhren wir dann schlussendlich doch noch durch den zuvor gesperrten Nationalpark (denn in der Censuszeit herrscht Streikverbot) und konnten im Schnelldurchlauf die Laguna Colorada mit ihren Flamingos, die Geysire und die grüne Lagune sehen. Zwischendurch Landschaft, die dem Mars nicht unähnlich zu sein scheint. Stempel, raus aus Bolivien, neuer Stempel, rein nach
CHILE
Preisschock! Im furchtbaren Touristenhub San Pedro de Atacama in der gleichnamigen Wüste mussten wir uns erstmal an die enorme Preissteigerung gewöhnen. Sofort wurde auf selber-Sandwichs-schmieren, Mehrbettzimmer und dann-fahren-wir-halt-mit-dem-Fahrrad-durch-die-Atacamawüste-zur-Salzlagune-wenn-die-Tour-30-Euro-kostet umgestellt. Von Wüste und Felsen und Staub hatten wir sowieso erstmal genug und so waren wir nicht böse, dass wir auch schon wieder weiter mussten in die Flughafenstadt Calama. Nach einer Nacht in so einem typischen Loch, in dem man dann als "Morchillero", d.h. als Rucksacktragender, ab und zu so landed, verliefen unsere Flüge über die chilenische Landmasse problemlos. Dank Papa Eberlein und seinen Kärtchen konnten wir sogar in den Aiport-Lounges Vorräte für die Schifffahrt aufstocken. Santiago de Chile scheint nicht unbedingt die hübscheste Stadt zu sein, jedoch über ein solides Maß an Lebensqualität zu verfügen. Viel Kunst, gutes Essen, Parks und junge Leute. Wir konnten unsere 8 Stunden Zwischenstopp prima rumbringen bei frischem Ceviche und Cafe mit Beinen. Zudem wurden wir Zeugen einer Demo für oder gegen Bildung, man weiss es nicht, bei der die herrenlosen Hunde der Stadt größten Spaß hatten, sich zwischen Wasserwerfer der Polizei und Demonstranten zu werfen.
In Puerto Montt angekommen schlichen wir uns mitten in der Nacht in die Daunenbettchen von "Oma Perla", die auf ihre alten Tage Zimmer in ihrem gemütlichen Holzhaus vermietet. Natürlich folgten wir am nächsten Tag ihrem Tip und suchten Fischbude Nummer 5 auf dem örtlichen Fischmarkt auf. Am Wasser sitzend, bei dampfend heisser Krebs-Suppe und Lachs spürten wir zum ersten Mal, was das ganze Patagonien-Gefasel eigentlich soll. Dann einchecken aufs Schiff und Abfahrt.
Vor uns liegen nun 3 Wochen Südpatagonien, welches wir mit Zelt und Wanderstab erkunden wollen.
Liebe Grüsse aus dem Sturm,
Eure Jette und der Christoph
P.S. Es ist inzwischen 24h und wir ankern immer noch mit deutlicher Schieflage vor dem Hafen Puerto Natales. Aufgrund der Witterungsbedingungen können wir nachwievor nicht anlanden und müssen eine weitere Nacht auf dem Schiff verbringen. Nicht so schlimm, ich finds nämlich sau gemütlich hier, insbesondere, wenn alle anderen schon schlafen. Hui, ich bin nur gespannt, wie lange die Vorräte noch reichen... Buenos noches von der Hängejatte
Friday, November 16, 2012
DESCRIPCIÓN DE VIAJE NUMERO 3
DAS WUNDER
Das Wunder geschah am Tag der Allerheiligen "Todos Santos" in Cusco. Wir elebten die Auferstehung von 2 Digitalkameras aus dem Totenreich des Systemfehlers in die Welt des Funktionierens. Wiederholte ausgiebige Fummelei an der Canon 7D zeigte an diesem Ehrentag der Toten seine besondere Wirkung und der gefürchtete Error 30 ward plötzlich ausgetrieben. Jettes Panasonic Lumix erwachte nach zwei ratlosen Gesichtern im dritten Fotoladen zum Leben und zauberte ein Lächeln auf die Lippen aller Beteiligten. Jetzt heisst es daumendrücken (oder schon beten?!), dass die Lebensgeister bleiben.
AUF NACH BOLIVIEN
Nachdem wir den letzten Tag in Cusco mit unserem temporären australischen Reisegefährten Brad verbracht haben, starteten wir frühmorgens mit dem Bus in Richtung Puno am Titicacasee.
Ich muss den Peruanern (und Bolivianern) leider eine auditive Störung und audiovisuelle Wahrnehmungsdefizite bescheinigen. "Men in Black 3" in voller Lautstärke gut zu finden ist die eine Sache; dass nach dem Film das DVD-Menü 163-Mal in einer Schleife nervtötend den gleichen Musikschnipsel abspielt, scheint irgendwie nur uns zu tangieren. Die ständige Dauerbeschallung mit Irgendwas gehört hier zum Alltag wie das Schmeissen seines Mülls in die Landschaft, auch gerne während der Fahrt. Alle Getränke, ausser Bier zum Glück, befinden sich in Einweg-Plastikflaschen und so gut wie alle Marken, auch Wasser, gehören zur Coca-Cola Company. Peru und Bolivien sind in jedem Winkel in die Menschen gelangen übersäat mit Plastikflaschen und sonstigem Plastik. Das Umweltbewusstsein der Leute ist gleich Null und führt einem vor Augen, dass man durch ein Entwicklungs- (Bolivien) bzw. Schwellenland (Peru) reist.
In Puno am Titicacasee angekommen fanden wir selbiges spontan doof und versuchten mit gleichgesinnten französischen Reisenden, die hier übrigens den Großteil der Touristen ausmachen, im Kleinbus die Grenze zu erreichen, was angeblich nicht zu schaffen ist an einem Tag. Im letzten Tageslicht kurz vor Schließung reisten wir aus Peru nach 3 Wochen aus und in Bolivien ein. Empfangen wurden wir mit, genau: lauter Musik!
TITICACA-SEE
Die erste Nacht verbrachten wir in Copacabana direkt am Titicacasee und verpassten leider Birte aus Hamburg, die zur gleichen Zeit zufällig durch das kleine Städtchen tingelte. Am nächsten Morgen ging es direkt mit einem gnadenlos überfüllten Boot, einem Rettungsring und einem halben Knoten Fahrt auf die "Isla del Sol", die Sonneninsel auf der der Sonnengott Inti den ersten Inka und seine Frau setzte, quasi die Geburtsstube der Inka-Dynastie. Der Titicaca-See ist der höchstgelegene (3810m) schiffbare See der Welt und ca. 15 Mal größer als der Bodensee. Die bolivianische Marine hält hier ihre Manöver ab. Die Bolivianer verloren nach dem Salpeter-Krieg 1884 ihren Meereszugang an Chile, was nach wie vor am bolivianischen Selbstbewusstsein kratzt. Wie traurig ist bitte eine Marine ohne Meer...
Mittlerweile voll akklimatisiert, turnten wir dann gazellenartig die große achtstündige Wanderrunde auf knapp 4.000m über die Insel, die im Abendlicht sehr an Mittelmeer erinnert. Nach einer "Trucha", einer Forelle aus dem See, die verdächtig nach tiefgefrorenem Lachs schmeckte, gingen für uns die Lichter rekordverdächtig bereits um Neune aus.
Frühstück in der Morgensonne mit Blick über den See auf schneebedeckte 6000er, Fahrt über den See (halber Knoten, kein Rettungsring), Abfahrt La Paz.
LA PAZ
Die Einfahrt in den bolivianischen Regierungssitz ist schon erstaunlich, die Stadt drängt sich mit ihren Hochhäusern in einen Talkessel und das auf
3.200 bis 4.100m Höhe. Der dazugehörige Flughafen ist einer der höchstgelegenen der Welt. Piloten brauchen eine spezielle Ausbildung
um hier starten/landen zu können und ein Flugzeug benötigt fast 5km Startbahn bis es sich in die Luft erhebt.
Wir checkten im sogenanten Hexenviertel ein. In diesem kleinen alten Stadtteil kann man alle möglichen Pülverchen und Substanzen gegen alle möglichen Leiden und Wehwehchen, aber auch für das schnelle Geld, die schwindende Libido, den bösen Nachbarn kaufen und getrocknete und mumifizierte Lama-Föten, die beim Hausbau verbuddelt werden, erwerben.
Einen halben Tag kostete uns die Entscheidgung nicht in den Dschnugel nach Rurrenabaqua zu fahren. Grund waren heftige Regenfälle in der Region, ständig gecancellte Flüge, kaputte Flugzeuge und eine 20 Stunden Busfahrt, die bei Regen nicht besser wird. Wir hoffen, dass in Brasilien adäquat nachholen zu können. Danach wollten wir ganz spießig eine Stadtrundfahrt machen und waren pünktlich an der enstprechenden Haltestelle. Die Busse fahren jeden Tag, ausser am ersten Montag im Monat. Ein Blick auf die Uhr machte klar, dass das heute nicht unser Tag ist. In einem schnieken Hotel holten wir die Akkus für Jettes Kamera ab, die besagte Birte für uns hinterlegt hatte, zusammen mit: Lebkuchen! Eine kleine Erinnerung, dass man in Deutschland konsumtechnisch wahrscheinlich schon auf Weihnachten zusteuert.
Am nächsten Tag machte ich eine Mountainbike-Tour auf der sogenannten Death-Road. Eine alte Straße, die sich, teilweise nur 3m breit, entlang eines bis zu 600m tiefen Abhanges runter ins Tiefland windet. Viele abgestürzte Vehikel gaben der Straße ihren traurigen Namen. Heute für den Verkehr gesperrt kann man nun mit dem Mountainbike ins Tal donnern. Der Witz ist das man auf 66km Abfahrt 3000 Höhenmeter zurücklegt. Man startet neben einem schneebedeckten Gipfel in eisiger Kälte und kommt im tropischen Dschungel unten an. Downhill par exelence. Natürlich war es ein Riesenspaß und mal wieder ist alles gut gegangen. Auf dem Weg habe ich noch einen Landrover mit Fuldaer Kennzeichen getroffen. Einer der Insassen war aus Wallroth (8km von Schlüchtern).
Ich (Jette) wollte dieses Downhill-Spektakel nicht wagen und habe mich alleine auf Erkundungstour durch LaPaz gemacht. Los gings mit der Stadtrundfaht in den Süden der Stadt, wo neue, luxeriöse Stadtviertel sind und entstehen. Die Tour endete im sogenannten Moon Valley, einer beeindruckenden Sandsteinformation, die laut Neil Amstrong tatsächlich den Gegebenheiten auf dem Mond gleicht. Diese Region ist wesentlich tiefer gelegen als LaPaz, wodurch es dort deutlich wärmer ist und es mehr Sauerstoff zum Atmen gibt, sodass diese Gegend auch ein beliebtes Ausflugsziel fü die Städter ist. Mit Collectivos (Minibusse, in die man möglichst schnell ein- und aussteigt) ging es dann in Künstler- und Museumsviertel. Der geplante Besuch des Goldmuseums fiel leider aus, da dieses vorrübergehend geschlossen war. Die Frage, was ich denn da wolle und meine Antwort - ansehen - sorgten kurioserweise auf Seiten beider Gesprächspartner für große Verwirung und Unverständnis...??? Gut, dann halt in einem gemütlichen Kaffeehaus endlich mal wieder guten Kaffee genossen und gelesen. Foh war ich dann doch als Christoph wohl behalten wiede im Hostel aufschlug.
Nach einem Shopping - Paket nach Hause schicken - Stadtrundfahrt Nord machen - Tag stiegen wir mal wieder in einen Nachtbus nach Sucre ein. Es gibt übrigens hervorragenden bolivianischen Wein, den wir zum einschlafen aus unseren Reisegläschen genossen. Fernseher und Beschallungsanlage im Bus waren kaputt :-)
SUCRE...
... ist eines von diesen ganz reizenden überschaubaren Kolonialstädtchen, mit hübscher Plaza in der Mitte, angenehmen Klima auf 2.800m (Palmen) und vielen Kirchen und seinesgleichen die offizielle Hauptstadt von Bolivien. Wir hatten ein sehr geräumiges Zimmer mit 3 Betten und Wohnzimmer und genossen mal ein bißchen Komfort für umgerechnet 22 Euro. Wir schlenderten durch die Gegend, machten ein Schläfchen im Klosterhof auf dem Berg, lasen und aßen Pralinen auf der Plaza und schauten abends den neuen James Bond. Am nächsten Vormittag beschlossen wir spontan schon wieder weiter zu fahren und ein bißchen Strecke zu machen. Wir haben beide das Gefühl und da sind wir uns herrlich einig, dass wir lieber später ein paar Tage mehr in Patagonien oder am Meer vertüddeln, als kaffeetrinkend in noch einem pittoresken Städtchen. Und dann diese Berge die ganze Zeit.... Also rein in den Klapperbus und läppische 6h Stunden nach Potosi geklappert, 4.300m.
POTOSI...
... war und ist ein trauriges Kapitel. Die Stadt wird dominiert von dem Berg "Cerro Rico". Hier fanden die Spanier dummerweise Silber und andere abbaubare Metalle. Schätzungsweise wurden in den Minen im Laufe der Zeit 8 Millionen Indigenas (habe ich das jetzt politisch korrekt ausgedrückt?) und sonstige Sklaven sprichwörtlich verheizt. Noch heute arbeiten Tausende in dem völlig ausgelutschten Berg, darunter jede Menge Kinder. Viele sterben auch heute noch durch Einstürze, Explosionen, giftige Gase, Kohlenmonoxidvergiftung oder spätestens mit 50 an einer Staublunge.
Als wir ankamen war jedoch große Freude in der Stadt, es war nämlich Potosi-Tag! D.h. 202 Jahre Unabhängigkeit und wir im Zimmer mit der Nummer 202. Es wurde wieder marschiert was das Zeug hält, jeder Kindergarten, jeder Turnverein, jede Minenarbeiter-Kooperative war dabei. Ansonsten wird viel getrunken, getanzt und gesnackt - sehr beliebt sind hier Burger mit BeefPallet, Schweinegeschnetz oder Würste.
Als wir uns am nächsten Tag eine der Minen ankuckten war unser Minenarbeiter in dementsprechend desolatem Zustand. Als erstes fuhren wir zum Markt und kauften: Eine Tüte Cocablätter, ein Fläschen 96% Alkohol, einen frischgepressten Orangensaft, eine Stange Dynamit, einen Zünder, einen Beutel Ammoniumnitrat. Dann ging es zur Mine. Wir hatten die zweifelhafte Ehre den Chef der Kooperative kennenzulernen, er war der Besoffenste von allen und wir mussten mit ihm nach Minenarbeiterbrauch den 96% gemischt mit Fanta trinken. Das ging dann die ganze Zeit so weiter. Die Arbeiter sind furchtbar gläubig und glauben im Berg an den Teufel. In jedem Stollen gibt es mindestens eine Teufelsfigur, den "Tio" und auf den muss man dann ständig Cocablätter streuen und kauen und einen trinken, damit er einem gut gesonnen ist, zu einer ertragreichen Ader führt und Unglücke abwendet. Als dann tief drinnen im Berg unser Mann das Dynamit vorbereitete wurde uns irgendwann klar, dass der Typ mindestens 3 Promille intus haben musste... Die trinken 96% pur!!! Schön gerummst hat es trotzdem und wir sind nach 3 Stunden tatsächlich wieder heil ans Tageslicht gekommen. Aufgrund des Potosi-Tages fanden an diesem Tag keine Arbeiten in den Minen statt. Uns hat es aber gereicht, uns bis ins Innere des Berges vorzuarbeiten und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu erleben. Abends sahen wir noch eine sehr gute Dokumentation über einen 14 Jährigen Minenarbeiter (Der Berg des Teufels/Devil´s Miner).
Weiter ging es am nächsten Tag mit 1A Klapperbus und Reifenpanne nach Tupiza.
DIE SACHE MIT DEM PFERD
Jette hatte sich für unsere Reise eine Pferdetour gewünscht und hier in Tupiza sollte es für 2 Tage soweit sein. Um es mal kurz zu machen: Es war sensationell und hat einen Riesenspaß gebracht. Ich bin sehr gut mit Mora, dem Pferd, zurecht gekommen und wir sind sogar mehrfach galoppiert.
Jettes Pferd Lutscho war ein bißchen zickiger, aber sie hat ja auch mehr Pferdeerfahrung. Die Landschaft ist perfekt zum Reiten, man fühlt sich wie im Wilden Westen. So ritten wir auf den Spuren von Butch Cassidy und Sundance Kid, die hier übrigens erschossen wurden, durch Canyons und Täler, durchquerten Flüsse, auf Eisenbahnstrecken, in trockenen Flußbetten, durch trostlose Dörfer, vorbei an Kakteen und sahen die Aasvögel kreisen. Übernachtet haben wir in der absoluten Pampa und am 2. Tag tat das Gesäß schon richtig weh.
Dann hatten wir leider Pech und konnten heute nicht wie geplant unsere Tour in die Salzwüste starten, alles voll. Ausserdem wird gestreikt. D.h. heute ein unfreiwilliger Pausentag, immerhin gibts ein Schwimmbecken. Morgen soll es dann hoffentlich losgehen am Streik vorbei. Wir müssen
auch morgen weiter, da wir die Kreditkarte haben wirbeln lassen und einen Flug von Nordchile über Santiago nach Puerto Montt gebucht haben und von dort aus die sündhaft teure Fährfahrt durch die chilenischen Fjorde und Scheren mit der Navimag-Fähre nach Patagonien. Meine Güte, was freuen wir uns darauf!
Im Büchertausch habe ich mir bereits den Klassiker "Patagonia" von Bruce Chatwin ertauscht. Beim stöbern in den Büchern fand ich dann noch ein
Buch mit Widmung eines Schlüchterners, der vor 1 Jahr hier auf Weltreise war. Verrückt....
Ein Monat ist morgen rum, knappe 2 haben wir noch. Hier eine Übersicht unserer bisherigen Route:
http://goo.gl/maps/itVbi
Beste Grüße aus Südbolivien,
Jette und Christoph
Suedamerikatour 2012/2013 auf einer größeren Karte anzeigen
Friday, November 2, 2012
DESCRIPICIÒN DE VIAJE NUMERO 2
Buenos Dias Amigos y Amigas!
Ich sitze bei einer Tasse heissem Coca-Tee in unserem bevorzugten Hostel "Antarki" in Cusco und alle schlafen noch. Wir sind heute Nacht von unserem 5 tägigen Machu Picchu Trek zurück gekehrt und dementsprechend geplättet. Heute ist Ruhe-, Wasch-, Internet-, Kamerareparatur- und Orga-Tag! Zum Glück ist die putzwütige Hausherrin Maria noch nicht wach, von daher schnell in Ruhe ein paar Zeilen:
Nach einem heißen Ritt durch die Dünen mit dem wohl abgebrühtesten Buggy-Fahrer der ganzen Oase und kläglichen Sandboard Versuchen, blieb am meisten die eindrückliche endlose Sanddünenlandschaft im Abendlicht hängen. Ganz schnell zum Bus nach Ica und wir befanden uns in gemütlichen Schlafsesseln inklusive Abendessen im Nachtbus nach Arequipa. Auch hier Dauerbelästigung durch Filme und Musik. Halbwegs ausgeruht in Arequipa angekommen, checkten wir bei Senor Regis (stilsicher mit Pyjamas, Strohut und Gletscherbrille) ins Hostal in einer alten Stadtvilla ein, die ihre besten Tag hinter sich hatte. Große Parade auf dem Stadtplatz (heisst hier immer "Plaza de Armas"), bei der alle möglichen Gruppen der Stadt, d.h. Schulen, Beamte, Vereine usw. an irgendwelchen Offiziellen vorbeiMARSCHIEREN mussten. Sieht lustig aus in Stöckelschuhen... In "Der weißen Stadt" war Akklimatisierung angesagt (2.300m), wir waren im Kloster Santa Catalina, in dem reiche weibliche Nonnen bis heute in völliger Isolierung Gottesdienst tun, auf dem Markt (das Übliche: alles, was es vom und aus irgendwelchen Tieren gibt nebem Gemüse und Kräutern, die man noch nie gesehen hat, neben Touri- Alpaka-Pullovern und Mützen, die in China gefertigt werden!), haben ein Meerschweinchen gegessen, "Mundo Alpaca" besucht (von der Schur zum fertigen Produkt) und den Blick von unserem Dach auf die über 6.000m hohen Berge genossen. Nach 2 Tagen ging es weiter mit dem Bus, diesmal Tarif "Economico", d.h. ausser einem stinkenden Klo und 2 Kriegs- plus 2 HolocaustFilmen in voller absurder Lautstärke, über das Altiplano in 11 Stunden nach Cusco, der Hauptstadt der und des Inka. Jette hatte leider große Schwierigkeiten sich an die Höhe zu gewöhnen (4.400m hohe Pässe) und diverse Tüten gefüllt. Cusco auf 3.400m Höhe ist wunderschön und man kann sich 1a treiben lassen und Sachen ankucken. Die dummen Spanier, die ja hier stellvertretend für Europa mal wieder eine Hochkultur niedergemetzelt und zerstört haben, haben ihre Kirchen einfach über die alten Inkastätten gebaut, die glücklickerweise bei den zahlreichen vergangenen Erdbeben immer wieder eingestürzt sind und dadurch die erdbebensicher gebauten Inka-Gebäude freigelegt wurden. So konnten wir den Sonnentempel Qoricancha sehen (die Sonne war das Allerheiligste bei den Inka), die mit fugenloser Verblockung gebauten Mauern des Inka Palastes, die - muss man zugeben - beeindruckenden katholischen Kirchen La Catedral und Iglesia La Compania (zum Gottesdient hingehen = Eintritt sparen), das Inka-Museum, das Museum für präkolumbische Kunst, den Markt von Pisaq (in einem Cafe zeichneten uns verwegene esotherische Auswanderer einen Plan, wie wir kostenlos die Ruinen erklimmen können...), haben unsere Wanderung nach Machu Picchu organisiert (den klassischen Inka-Trail, den alle machen wollen, hätte man 3 Monate im Vorraus buchen müssen!), das beste Grillhähnchen bei "Los Toldos Chicken" gegessen und uns an die Höhe gewöhnt, die wir als Wasserratten doch ziemlich merken, vor allem die Jette musste mit permanentem Kopfschmerz kämpfen. Am Abend bevor es dann zum Trek losging verabschiedete sich meine Canon Kamera von den Lebenden und sorgte bei mir für einen halben Nervenzusammenbruch, da ich doch ganz gerne ein Foto von diesen ollen Ruinen in den Bergen, Machu Picchu genannt, gemacht hätte... Naja, Hauptsache gesund und los gings in den frühen Morgenstunden nach Mollepata, dem Startpunkt für den 5 tägigen Salkantay-Trek. Unsere sehr nette Gruppe bestand aus den beiden rüstigen kanadischen Frühpensionären, einem Emirates-Cabin-Crew Paar (Franzose und Slowenin, die in Dubai wohnen müssen), dem lustigen Australier, dem peruanischen Führer Marco und uns. 7kg Gepäck konnten wir einem Pferd anvertrauen, geschlafen wurde in Zelten, unser Koch war ein Zauberer. Wir näherten uns dem Berg Salkantay, erklommen den 4.600m hohen Pass, der am Salkantay vorbeiführt (Jette bekam wegen der Höhe für dieses Stück ein Pferd um sich zu schonen, hat ihr großen Spaß gemacht), machten eine Coca-Zeremonie am Gletscher, wanderten im strömenden Regen durch den peruanischen Dschungel (was für eine Atmosphäre!), unsere 2. Kamera, die Panasonic von Jette, gab den Geist auf, kein Scherz, Was ist hier los?! und badeten in heissen Quellen. Dann der beste Tag: 5 Uhr aufstehen, ein Stück Torte essen, die der Koch bzw. Zauberer auf dem Camping-Gaskocher kredenzt hatte (?), 3 Stunden steil durch den Dschungel zu den Ruinen von Llactapata aufgestiegen, giftige Schlangen, grüne Papageien, der erste beeindruckende Blick auf Machu Picchu in weiter Ferne, Jette ab diesem Zeitpunkt endlich wieder voll fit. 2 Stunden den Berg hinuntergerutscht, 1 Stunde durchs Tal entlang des Flusses gewandert (genau über uns öffnete das Wasserkraftwerk seine Pforten und riesige Wassermassen bildeten nach kurzer Zeit einen schönen Wasserfall, uns ging der Stift...), Mittagessen und nochmal 3 Stunden durch den Dschungel neben und auf der Bahnstrecke entlang des Urubamba-Flusses nach Aguas Calientes, wobei wir im Tal am Fuße des Berges Machu Picchu umrundeten. Völlig fertig ins Bett und dann am 5. Tag um halb vier aufstehen, im Dunkeln zur Brücke laufen, 1 Stunde über steile enlose Stufen schweißgebadet zum Eingang und dann am 31.10.12 um 6 Uhr die Öffnung der Pforten und endlich hinein in die alte rätsel- und sagenumwobene Inkastadt/-stätte Machu Picchu. Wir blieben bis zum späten Nachmittag und konnten uns nicht satt sehen an der unglaublichen Anlage - nicht zuletzt aufgrund ihrer erhabenen und unglaublichen Lage - in den Bergen, die trotz der vielen vielen Touristen die Fantasie beflügelt. Stundenlang erkundeten wir alle möglichen Positionen und Blicke auf die Stadt und dann macht der Franzose der Slowenin auch noch einen Heiratsantrag mit verstecktem Ring im Kinderüberraschungsei... Im gemütlichen Abendzug von InkaRail nach Cusco dann ein verdientes Bier, auf voller Strecke natürlich mit Lokschaden stehen geblieben, aber den Ipod an den Zug angeschlossen und so alle mit Tool, Pink Floyd und Black Keys beschallt, Stimmung sahnemäßig... Nun geht es bald weiter über den Titicacasee nach Bolivien, mal kucken was da so los ist... ;-) Großes Problem ist die Sache mit den Kameras, momentan haben wir nichts zum dokumentieren... :-(
Also, Liebe Grüße aus Cusco, Maria putzt mittlerweile auch um mich herum, obwohl es absolut Nichts zu putzen gibt. Heute ist "Fiesta de Todos los Santos (Allerseelen), d.h. man geht auf den Friedhof, betrinkt sich und isst eine Art Spanferkel. Kriegen wir hin. Gehabt Euch wohl und schreibt mal was.
Christoph
P.S. Dieser hervorragenden Zusammenfassung der letzten Tage habe ich nichts hinzuzufügen außer einem dicken Lächeln und den allerliebsten Grüßen! Eure Jette
Ich sitze bei einer Tasse heissem Coca-Tee in unserem bevorzugten Hostel "Antarki" in Cusco und alle schlafen noch. Wir sind heute Nacht von unserem 5 tägigen Machu Picchu Trek zurück gekehrt und dementsprechend geplättet. Heute ist Ruhe-, Wasch-, Internet-, Kamerareparatur- und Orga-Tag! Zum Glück ist die putzwütige Hausherrin Maria noch nicht wach, von daher schnell in Ruhe ein paar Zeilen:
Nach einem heißen Ritt durch die Dünen mit dem wohl abgebrühtesten Buggy-Fahrer der ganzen Oase und kläglichen Sandboard Versuchen, blieb am meisten die eindrückliche endlose Sanddünenlandschaft im Abendlicht hängen. Ganz schnell zum Bus nach Ica und wir befanden uns in gemütlichen Schlafsesseln inklusive Abendessen im Nachtbus nach Arequipa. Auch hier Dauerbelästigung durch Filme und Musik. Halbwegs ausgeruht in Arequipa angekommen, checkten wir bei Senor Regis (stilsicher mit Pyjamas, Strohut und Gletscherbrille) ins Hostal in einer alten Stadtvilla ein, die ihre besten Tag hinter sich hatte. Große Parade auf dem Stadtplatz (heisst hier immer "Plaza de Armas"), bei der alle möglichen Gruppen der Stadt, d.h. Schulen, Beamte, Vereine usw. an irgendwelchen Offiziellen vorbeiMARSCHIEREN mussten. Sieht lustig aus in Stöckelschuhen... In "Der weißen Stadt" war Akklimatisierung angesagt (2.300m), wir waren im Kloster Santa Catalina, in dem reiche weibliche Nonnen bis heute in völliger Isolierung Gottesdienst tun, auf dem Markt (das Übliche: alles, was es vom und aus irgendwelchen Tieren gibt nebem Gemüse und Kräutern, die man noch nie gesehen hat, neben Touri- Alpaka-Pullovern und Mützen, die in China gefertigt werden!), haben ein Meerschweinchen gegessen, "Mundo Alpaca" besucht (von der Schur zum fertigen Produkt) und den Blick von unserem Dach auf die über 6.000m hohen Berge genossen. Nach 2 Tagen ging es weiter mit dem Bus, diesmal Tarif "Economico", d.h. ausser einem stinkenden Klo und 2 Kriegs- plus 2 HolocaustFilmen in voller absurder Lautstärke, über das Altiplano in 11 Stunden nach Cusco, der Hauptstadt der und des Inka. Jette hatte leider große Schwierigkeiten sich an die Höhe zu gewöhnen (4.400m hohe Pässe) und diverse Tüten gefüllt. Cusco auf 3.400m Höhe ist wunderschön und man kann sich 1a treiben lassen und Sachen ankucken. Die dummen Spanier, die ja hier stellvertretend für Europa mal wieder eine Hochkultur niedergemetzelt und zerstört haben, haben ihre Kirchen einfach über die alten Inkastätten gebaut, die glücklickerweise bei den zahlreichen vergangenen Erdbeben immer wieder eingestürzt sind und dadurch die erdbebensicher gebauten Inka-Gebäude freigelegt wurden. So konnten wir den Sonnentempel Qoricancha sehen (die Sonne war das Allerheiligste bei den Inka), die mit fugenloser Verblockung gebauten Mauern des Inka Palastes, die - muss man zugeben - beeindruckenden katholischen Kirchen La Catedral und Iglesia La Compania (zum Gottesdient hingehen = Eintritt sparen), das Inka-Museum, das Museum für präkolumbische Kunst, den Markt von Pisaq (in einem Cafe zeichneten uns verwegene esotherische Auswanderer einen Plan, wie wir kostenlos die Ruinen erklimmen können...), haben unsere Wanderung nach Machu Picchu organisiert (den klassischen Inka-Trail, den alle machen wollen, hätte man 3 Monate im Vorraus buchen müssen!), das beste Grillhähnchen bei "Los Toldos Chicken" gegessen und uns an die Höhe gewöhnt, die wir als Wasserratten doch ziemlich merken, vor allem die Jette musste mit permanentem Kopfschmerz kämpfen. Am Abend bevor es dann zum Trek losging verabschiedete sich meine Canon Kamera von den Lebenden und sorgte bei mir für einen halben Nervenzusammenbruch, da ich doch ganz gerne ein Foto von diesen ollen Ruinen in den Bergen, Machu Picchu genannt, gemacht hätte... Naja, Hauptsache gesund und los gings in den frühen Morgenstunden nach Mollepata, dem Startpunkt für den 5 tägigen Salkantay-Trek. Unsere sehr nette Gruppe bestand aus den beiden rüstigen kanadischen Frühpensionären, einem Emirates-Cabin-Crew Paar (Franzose und Slowenin, die in Dubai wohnen müssen), dem lustigen Australier, dem peruanischen Führer Marco und uns. 7kg Gepäck konnten wir einem Pferd anvertrauen, geschlafen wurde in Zelten, unser Koch war ein Zauberer. Wir näherten uns dem Berg Salkantay, erklommen den 4.600m hohen Pass, der am Salkantay vorbeiführt (Jette bekam wegen der Höhe für dieses Stück ein Pferd um sich zu schonen, hat ihr großen Spaß gemacht), machten eine Coca-Zeremonie am Gletscher, wanderten im strömenden Regen durch den peruanischen Dschungel (was für eine Atmosphäre!), unsere 2. Kamera, die Panasonic von Jette, gab den Geist auf, kein Scherz, Was ist hier los?! und badeten in heissen Quellen. Dann der beste Tag: 5 Uhr aufstehen, ein Stück Torte essen, die der Koch bzw. Zauberer auf dem Camping-Gaskocher kredenzt hatte (?), 3 Stunden steil durch den Dschungel zu den Ruinen von Llactapata aufgestiegen, giftige Schlangen, grüne Papageien, der erste beeindruckende Blick auf Machu Picchu in weiter Ferne, Jette ab diesem Zeitpunkt endlich wieder voll fit. 2 Stunden den Berg hinuntergerutscht, 1 Stunde durchs Tal entlang des Flusses gewandert (genau über uns öffnete das Wasserkraftwerk seine Pforten und riesige Wassermassen bildeten nach kurzer Zeit einen schönen Wasserfall, uns ging der Stift...), Mittagessen und nochmal 3 Stunden durch den Dschungel neben und auf der Bahnstrecke entlang des Urubamba-Flusses nach Aguas Calientes, wobei wir im Tal am Fuße des Berges Machu Picchu umrundeten. Völlig fertig ins Bett und dann am 5. Tag um halb vier aufstehen, im Dunkeln zur Brücke laufen, 1 Stunde über steile enlose Stufen schweißgebadet zum Eingang und dann am 31.10.12 um 6 Uhr die Öffnung der Pforten und endlich hinein in die alte rätsel- und sagenumwobene Inkastadt/-stätte Machu Picchu. Wir blieben bis zum späten Nachmittag und konnten uns nicht satt sehen an der unglaublichen Anlage - nicht zuletzt aufgrund ihrer erhabenen und unglaublichen Lage - in den Bergen, die trotz der vielen vielen Touristen die Fantasie beflügelt. Stundenlang erkundeten wir alle möglichen Positionen und Blicke auf die Stadt und dann macht der Franzose der Slowenin auch noch einen Heiratsantrag mit verstecktem Ring im Kinderüberraschungsei... Im gemütlichen Abendzug von InkaRail nach Cusco dann ein verdientes Bier, auf voller Strecke natürlich mit Lokschaden stehen geblieben, aber den Ipod an den Zug angeschlossen und so alle mit Tool, Pink Floyd und Black Keys beschallt, Stimmung sahnemäßig... Nun geht es bald weiter über den Titicacasee nach Bolivien, mal kucken was da so los ist... ;-) Großes Problem ist die Sache mit den Kameras, momentan haben wir nichts zum dokumentieren... :-(
Also, Liebe Grüße aus Cusco, Maria putzt mittlerweile auch um mich herum, obwohl es absolut Nichts zu putzen gibt. Heute ist "Fiesta de Todos los Santos (Allerseelen), d.h. man geht auf den Friedhof, betrinkt sich und isst eine Art Spanferkel. Kriegen wir hin. Gehabt Euch wohl und schreibt mal was.
Christoph
P.S. Dieser hervorragenden Zusammenfassung der letzten Tage habe ich nichts hinzuzufügen außer einem dicken Lächeln und den allerliebsten Grüßen! Eure Jette
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